St. Martin 








"Was uns verbindet, ist stärker als das, was uns trennt."
    "Ce qui nous unit est plus fort que ce qui nous sépare."
"Ciò che ci unisce è più forte di ciò che ci divide."
    "Ami összeköt minket, az erősebb annál, ami elválaszt minket."
"Wat eis verbënnt, ass méi staark wéi dat, wat eis trennt."




St. Martin – ein Heiliger für Europa

St. Martin – ein Heiliger für Europa


Der heilige Martin von Tours gehört zu den großen europäischen Gestalten des Christentums. Geboren im heutigen Ungarn, aufgewachsen im Gebiet des heutigen Italien, diente er als römischer Soldat in Gallien und wurde schließlich Bischof von Tours im heutigen Frankreich. Schon sein Lebensweg führte ihn durch verschiedene Regionen und Kulturen Europas.

Berühmt wurde Martin durch eine einfache Geste: Er teilte seinen Mantel mit einem frierenden Bettler. Dieses Bild steht bis heute für Mitmenschlichkeit, Verantwortung und die Bereitschaft, den eigenen Wohlstand mit anderen zu teilen.

Gerade darin liegt seine Bedeutung für Europa. Europa ist mehr als ein geografischer Raum oder eine politische Gemeinschaft. Es lebt von gemeinsamen Werten: von Menschenwürde, Solidarität, Frieden und der Verantwortung füreinander.

Der geteilte Mantel des heiligen Martin kann deshalb auch als europäisches Symbol verstanden werden: Was uns verbindet, ist stärker als das, was uns trennt. Und Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen bereit sind zu teilen und füreinander einzustehen

Von Martin lernen – auf und abseits der Via Sancti Martini

von Samuel Acloque


Ausgehend von der religionspädagogischen Einsicht, dass religiöses Lernen immer ein Lernen in Beziehung darstellt, es sich bei Glauben bzw. Religion immer um ein Beziehungsereignis handelt¹, sind wir als Menschen zwingend angewiesen auf personale Begegnung und Begleitung. Über Jahrhunderte hinweg sahen die Menschen in der Gestalt des heiligen Martin einen solchen Begleiter, an dessen Haltung zweierlei sichtbar wird: Zum einen verbindet der Glaube Gottes- und Nächstenliebe. Echte Gottesbeziehung zeugt von einer lebendigen Christusbeziehung, die nichts Abstraktes ist, sondern von der Empathie lebt, in den Geringsten Bruder und Schwester zu erkennen. Zum anderen drückt sich hierin etwas aus, das den gesellschaftlichen Gepflogenheiten unserer Zeit weniger einleuchtend zu sein scheint: Religion und Glaube sind gerade nichts rein Privates, sondern im wahrsten Sinne des Wortes politisch. Gelebter Glaube drängt zur Mitgestaltung dieser Welt.


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